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plattenkritik

the cribs : the cribs
bereits erschienen (v2)

'the cribs' könnten große rockstars werden. die drei brüder (!) gary (bs), ryan (git) und ross (dr) aus wakefield stehen auf die beatles und die smiths, klingen wie eine mischung aus strokes und weezer und haben mit exzentriker bobby conn als produzenten die nötige aufmerksamkeit garantiert.
nun sind musikalische familienprojekte ja durchaus erfolgsversprechend, und die cribs-brüder sehen auch wirklich gut aus. zudem scheuen sie sich nicht, den jeweils aktuellen trends zu folgen, waren sie doch als kleine jungs bereits coverband von queen oder den bee-gees, natürlich mit der nötigen portion selbstironie, wie die plattenfirma versichert. also passt es da prima, auf der strokes-welle mitzuschwimmen und ein souveränes rock'n'roll-debut abzuliefern - retro ist ja gerade in.
und ich muss schon sagen, 'the cribs' klingen wirklich gut, haben sie sich doch einmal komplett durch ihre plattensammlung geklaut. mal ein wenig rockabilly, hier ein schuss garagen-rock, dort eine prise beach-boys-surfer-mucke, und natürlich ganz viel rock'n'roll, den wir ja derzeit zur genüge von diversen new yorker bands vorgesetzt bekommen. das ganze immer leicht entrückt und neben der spur, aber mit echtem ohrwurm-potential. das motto: fast jedes stück ein hit, absolut gute-laune-musik und disko-tauglich. dabei stechen 'the lights went out'
(was problemlos als b-seite von weezer durchgeht) und 'things you should be knowing' (was problemlos als b-seite der strokes durchgeht) als mögliche singles besonders hervor.
spannend wird das album aber nur, wenn es anfängt, ein bisschen schräger zu werden (höre 'learning how to fight' oder die beiden letzten stücke 'direction' und 'third outing'). das erinnert dann schon mal an die frühen werke von pavement, mit lauter verfehlten tönen und gitarren-geschrammel.
insgesamt vermisst man bei 'the cribs' aber das besondere. jedes stück wirkt irgendwie kopiert und schon hundertmal gehört, um einen vom hocker zu reißen. ein nettes album, das nach allem möglichen klingt, jedoch nichts eigenes hinzuzufügen hat und deshalb völlig belanglos ist. nix also mit rockstars. was bleibt, ist lediglich die frage, wen 'the cribs' wohl auf ihrem nächsten album covern.
(td)