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plattenkritik

the czars : sorry i made you cry
bereits erschienen (bella union / rough trade)

die geschichte der czars bringt einen in der tat zum weinen, glaubt man den ausführungen der official site. bereits 1995 gegründet, benötigten sänger john grant und bassist chris pearson ein ganzes jahr, um es auf eine komplette band zu bringen, veröffentlichten die ersten beiden alben in eigenregie, um dann schließlich bei bella union (london) zu landen, die 2003 nicht mal das nötige kleingeld für die studioaufnahmen zu "goodbye" zusammenkratzen konnten. jetzt sei die band nur noch ein schatten seiner selbst, da von den gründungsmitgliedern außer john grant niemand mehr mitwirke.
das ist allerdings nicht der grund, warum mein taschentuch feucht und meine augen rot wurden. john grants stimme - untermalt von akustikgitarre, klavierpassagen und einigen wenigen bläsereinsätzen (in "black ist he colour") – hinterlässt feinste melancholie, in die man sich bestens hineinsteigern kann, um rotz und wasser zu heulen. muriel wäre begeistert vom abba cover "angeleyes", da sich in ihm weltschmerz und liebeskummer noch viel besser ertränken lassen als im original.
"sorry i made you cry" besteht ausschließlich aus coverversionen, bei denen man glücklicherweise eben nicht aus dem grund aufseufzen muss, dass schon wieder irgendein überflüssiger künstler eine noch überflüssigere coverversion eines bereits zigfach interptretierten songs auf den markt gebracht hat. besonders gefreut hat mich der connie francis – song "where the boys are", den ich bereits als kind bei meinen eltern aus dem plattenregal gefischt hatte.
"sorry i made you cry" ist einfach wunderschön traurig und vielleicht ist es gerade der "bandschatten", der dem album die besondere melancholische note verleiht. einziger nachteil ist der releasetermin, da das album eher eines der novemberstürme und januardepressionen ist: besser also noch ein bißchen im cd-regal belassen und auf grauere tage warten…
(sz)