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bats : spelled in bones
bereits erschienen (sub-pop)
es
gibt eine bestimmte art von musik, die fasst mir direkt ins gesicht,
streicht mir über die wange und hebt aufmunternd mein kinn.
dazu gehören die shins und rogue wave, und wer diese beiden
bands auch in sein herz geschlossen hat, der wird sich an den fruit
bats ebenfalls erfreuen. "spelled in bones" ist das
inzwischen dritte album des indie-folk-pop trios aus chicago und
das zweite bei sub-pop. wie auf dem vorgänger "mouthfuls"
bedienen sich die fruit bats ganz offensichtlich der schwelgerischen
harmonien, wie sie in den 60ern über californien hinweggeschwebt
sein müssen. dieser sound, eingeschmolzen in die folktradition
der band, hat nichts staubiges an sich, sondern wirkt so rotbackig
wie der junge auf dem zwieback. hört nur "born in the
70’s" oder "legs of bees"!
"fruit bats" sind im übrigen so eine art vegetarische
fledermaus, geschöpfe der nacht, und die songwriterischen absichten
von eric johnson (die singende unter denn fledermäusen) waren
düsterer art. doch das leben ist manchmal schöner, als
sich das der kreative geist des genies wünscht, und deshalb
wurde aus "spelled in bones" ein optimistisches bejahungswerk.
für johnson das ergebnis eines langen "soul-searching"-prozesses,
der in einem "romantischen opus" mündete. "lebe
jeden tag, als sei es dein letzter", "geh raus und hör
den vögeln zu", "dream the dream"; ja den
fruit bats würde man sogar glauben, es ließe sich allein
von luft und liebe leben. meine pragmatische seite würde all
dem zauber spotten, gäbe es da nicht so poetische zeilen wie:
"it’s not written in the stars, it’s spelled in
bones", die den vorwurf von irrationalem hipppietum überflüssig
machen. wer hoffnung hat, darf auch neugierig sein und hier noch
zwei-drei interessante dinge:
im moment leben die friut bats in seattle und suchen einen drummer.
auf der homepage www.fruitbatsmusic.com kann man die träume
der bandmitglieder lesen und analysieren.
(ww)
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