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plattenkritik

glasvegas - glasvegas
als import bereits erschienen (sony)

alan mc gee hat ja schon so manche band in bierseeliger stimmung gerne mal überschätzt, doch dürfte der große alte zampano des britpops bei dem quartett aus seiner heimatstadt glasgow absolut richtig gelegen haben. glasvegas werden wohl die erste band sein, die shoegazersounds, u2-pathos am richtigen ende und velvet underground sowie jesus & the mary chain reminiszenzen so gekonnt zusammenmixen, das der erfolg auf globaler ebene nur noch eine frage der zeit sein dürfte. endlich wieder eine band, bei der pathos so schön unpeinlich und authentisch klingt und die damit einer neuen psychedeliabewegung hoffentlich kommerzielle türen öffnen kann. dazu gesellt sich eine perfekte optik vom stehschlagzeug à la mo tucker, bis hin zum 80er ray ban-new wave-look. hat da jemand „new rave“ gerufen?
diese platte ist eines der schönsten debuts der letzten jahre und berührt zutiefst. „geraldine“ oder das schon ältere „daddy’s gone“ sind hymnen, auf die man lange warten musste. da wo bands wie killers oder coldplay mittlerweile im kitsch untergehen, finden glasveags immer rechtzeitig den punkt um nicht allzu cheesy zu werden. „it’s my own cheating heart that makes me cry“ ist ein aufbrodelnder stomper, der wohlig an bands wie adorable, ride oder auch die frühen catherine wheel erinnert und gänsehaut erzeugt. james allen (der optisch wie joe strummer aussieht und wie eine mischung aus billy bragg und bono klingt...) und sein bruder rab haben dem indie wieder die verlorene romantik zurückgegeben. glasvegas sind für mich die entdeckung 2008 und das album des jahres. 2009 dürften sie überall in europa ganz, ganz oben zu finden sein. wetten?
(benny ruess)