salako
- the story of our life so far
vö: 27.09.2004 (tablature/cargo)
mal
wieder eine band aus der talentschmiede-stadt glasgow inmitten des
freundeskreises von belle & sebastian. soviel vorweg: wer den
leichten, fluffigen britpop von schottlands sozialpädagogen
und informatikstudenten mag, der ist bei dieser platte sehr gut
aufgehoben. salako (alias james waudby und thomas spencer) präsentieren
mit "the story of our life so far" ihr bereits drittes
und mit abstand eingängigstes und deshalb bestes album, auch
wenn die musikpresse besonders vom sehr schwer verdaulichen debut
"re-inventing punctuation" aus dem jahr 1998 begeistert
war. bisher hätte man salako als kopflastigen intellektuellen-indie-pop
bezeichnen können, schöne melodien gab es viele, genauso
oft wurden diese abrupt zerschreddert und ließen einen unvorbereitet
hochschrecken und ratlos zurück. vom hörgefühl ein
ähnliches erlebnis wie bei der beta band. das neue album ist
da etwas anders. am einfachsten ausgedrückt: es wurden zehn
höchst gelungene popsongs geschrieben, hier und da mit der
einen oder anderen ecke und kante in form eines schiefen tones,
einer verzerrten stimme oder eines nicht aufgelösten akkordes,
doch das scheint nur noch schmückendes beiwerk einer vor referenzen
an vermeintliche vorbilder nur so strotzenden hitscheibe. mal erklingt
da ein wenig elliott smith, etwas öfter standen pavement pate,
fast immer denkt man an die beatles. salako befinden sich also in
guter gesellschaft und es schadet ihnen überhaupt nicht, dass
da ständig dieses gefühl ist, man hat das irgendwo schon
mal gehört ("hull’s too good for england"
erinnert so was von stark an die beatles, das ist schon fast unverschämt).
sie müssen den pop nicht neu erfinden, um einen der heißesten
bewerber auf die album-jahres-top-ten abzuliefern. ein grund für
die gut tuende entschnörkelung der songs könnte der neue
produzent michael brennan sein. ein ähnliches phänomen
gab es jüngst bei trevor horn in zusammenarbeit mit belle &
sebastian, deren mitglied chris geddes salakos album mit seinem
mellotron ebenso bereichert hat wie sean o’hagen von den high
llamas, der für die wirklich anbetungswürdigen streicherklänge
verantwortlich ist. zum weinen schön und herausragend ist "mountain/molehill",
während "in hope you keep us close" bei mehrmaligem
hören zum fiesesten ohrwurm wird. mit diesem album werden sich
salako eine kleine aber feine neue fangemeinde erspielen, und wenn
man der plattenfirma glauben darf, dann sollte man sehr gespannt
auf die anstehende europa-tour sein.
(td)
|
|