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titiyo - hidden
(despotz records/cargo)
titiyo ist schwedin. 2001 gelang ihr in deutschland mit "come
along" ein number one hit. die zeiten des eingängigen pop
scheinen auf ihrem aktuellen album "hidden" der vergangenheit
anzugehören. keine refrains zum mitsingen, weniger eingängige
melodien, mystische synthieflächen anstatt markanter slide gitarren.
diese wandlung wurde unlängst von ralf krämer in der spex
aufgegriffen: titiyo habe ein "künstlerisches gewissen entwickelt",
schrieb er. zumindest hüpft sie nicht mehr aufreizend vom motorrad
auf kühlerhauben, umgeben von oben ohne posenden indianern auf
harleys. trotzdem bleibt in aktuellen videos viel nackte haut: sex sells.
"stumble and fall" verkommt zu einem softporn video: ästhetisch
gefilmt wälzen sich mann und frau durchs bett und das ausgerechnet
zu dem vielleicht besten song auf "hidden". "stumble
and fall" ist eine schwüle soulballade, mit entrücktem
piano und hypnotisierenden wiederholungen; ein lied, das das musikalische
potenzial, ein video, das die künstlerische inkongruenz aufzeigen.
"hidden" ist ein album, das von wenigen höhepunkten
abgesehen, lapidare und wenig gewagte "soundexperimente"
aneinanderreiht. mystische synthieflächen, weniger dynamisch, weniger
stilistisch durchdacht als etwa bei "bat for lashes". während
natasha khan in ihrem projekt die grenzen der konzeptkunst ausreizt,
indem sich musik, sängerinnenpersona und künstlerisches schaffen
zu einem gesamtkunstwerk ergänzen, glaubt man titiyo immer noch
mit halbnackten indianern auf harleys durch die wüste turnen zu
sehen.
(jf)
titiyo
@ myspace
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