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plattenkritiken 2010

bright eyes & neva dinova - one jug of wine, two vessels
(saddle creek/cargo)

es ist sechs jahre her, da erschien kaum beachtet eine six-track ep. eine kollaboration von "bright eyes" und "neva dinova": "one jug of wine, two vessels". die ep, für das indielabel crank! aufgenommen, beginnt mit dem atemberaubenden "tripped"; einem duett der musiker conor oberst ("bright eyes") und jake bellows ("neva dinova"). der beginn verdeutlicht, dass den musikern mehr an einer zusammenarbeit, als an einem split release gelegen ist. nun, sechs jahre nach der erstveröffentlichung legt saddle creek die ep neu auf und die musiker spendieren vier neue lieder. die bands um oberst und bellows haben ihre musik in omaha zusammen eingespielt, im mittleren westen der usa, im "farmland". wir hören lieder voll von muskalischer dichte und beinahe orchestralen arrangements und wenig später puristisch reduzierte songs, immer folkloristisch motiviert, mit einem hang zum country. bellows singt den neuen beginn des albums "rollerskating" lethargisch und doch voller dynamik. die grazie eines gealterten countystars höre ich ebenso in seiner stimme, wie die atmosphäre der "roaring twenties", immer mit einem unterschwelligen verve des aufbruchs. conor oberst singt wie immer um leben und tod, mit einer intensität, die einem den atem verschlägt. seine gesungenen songs sind dramatischer, orchestral motiviert, mit klavier, geigen und trompeten. besser sind sie nicht immer. aber "one jug of wine, two vessels" bleibt eine kollaboration und jedes lied ist ein kleines musikalisches juwel. jedes lied klingt nach omaha. der opener der ep, "tripped", steht nun in der mitte des albums. unmissverständlich wird das duett das zentrum der musikalischen zusammenarbeit.
(jf)

bright eyes @ myspace