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plattenkritiken 2010

dum dum girls - i will be
(sub pop/cargo)

diese plattenbesprechung soll mit einer einschränkung beginnen. NEIN, dieses ist nicht das beste sub pop debutalbum seit "give up" von the postal service (so als ein pressezitat zu lesen im presseinfo)...
ABER es ist
1. sicherlich eines der besseren auf einem der besten und innovativsten da vielseitigsten ami-indielabels
2. insofern ein spannendes und wichtiges debut, da es im verbund mit anderen vornehmlich new yorker bands (pains of being pure at heart, the drums, vivian girls, crystal stilts) und deren jüngeren veröffentlichungen mediale aufmerksamkeit auf sich zieht und damit weitere öffentlichkeit für einen "indiesound" schafft, der bis zum letzten jahr noch kaum jemanden oder nur einen kleinen kreis von nischenhörern interessierte...
3. somit möglicherweise zur rechten zeit am rechten ort ist, da es die frage aufwirft, ob wir - vorerst (denn die nächste retro-welle kommt schneller als du denkst ;0) - die hypes der letzten 10 gitarrenjahre abhaken können, also weg mit strokes, libertines, interpol, franz ferdinand und bloc party - und mit diesem "retrosound" auch in der breite veränderungen der hörgewöhnheiten des gitarrenaffinen hörers losgetreten werden?

der besagte "retrosound" der dum dum girls ist kein reiner, destillierter "sound", so wie oben genannte bands nicht in eine einheitlichen schublade zu packen sind.
und es mag ein wenig überraschen, dass der sound der dum dum girls denn eigentlich auch nicht sehr besonders, innovativ oder neu ist und sich plakativ gesprochen aus einflüssen zwischen ramones, shangri-las und shop assistants bewegt; er klingt also in etwa so wie ihn die französischen les calamités bereits in den 80igern und aislers set vor 10 jahren gespielt haben, an dessen rande sich seit jeher die bubblegumpunks von helen love bewegen oder wie er schließlich jüngst vom schwedischen trio liechtenstein aufgegriffen wurde.
genau, seine wichtigkeit erhält "i will be" meiner meinung nach denn auch vielmehr - und das hat es gemeinsam mit den veröffentlichungen der weiter oben bereits angeführten kollegen von der ostküste (die dum dum girls kommen aus los angeles) - in der konsequent und genauso gewollten lofi-igen produktion. es darf wieder scheppern und krachen und man kann sich mit leicht sausenden ohren endlich mal wieder fragen, ob eigentlich eine bassspur eingespielt wurde ;0) all das ist - wie gesagt - nicht neu. aber spannend und NEU ist, dass diese unmittelbarkeit und einfachheit der produktion in verbindung mit einem guten popsong nach gut einem jahrzehnt voller pumpender retrowave- und electroclashsounds von hörern wieder vermehrt als aufregend, neu und unmittelbar identifiziert, gesucht und gewollt wird!
(mf)

dum dum girls @ myspace