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i heart hiroshima - the rip

(valve records/cargo)

i heart hiroshima - the ripdas trio i heart hiroshima kommt nicht nur vom anderen ende der welt (wie man immer so passend sagt), sondern erinnern mit ihrem zweiten album "the rip" - produziert in london von gang of four gitarrist andy gill - an ein benachbartes genre des indierocks, welches seit mitte der 2000er zunehmend aus dem engeren fokus der musikinteressierten öffentlichkeit verschwunden ist. emocore spielt heute im sich immer schneller drehenden gitarrenorientierten musikkarussell eine so geringe rolle, wie die reise nach australien (selbst mit dem flugzeug) lang ist.
trotzdem lassen die drei von i heart hiroshima mit "the rip" die erinnerung an bands wie sunny day real estate, at the drive-in, get up kids und (wohl nicht weiter verwunderlich!) sonic youth und pixies auftauchen. insbesondere die vocals des frontmanns matthew somers lassen mit ihrer verzweifelten energie und transportierten aggressivität ein ums andere mal an cedric bixler-zavala oder den derwisch black francis und seine frühen pixies-tage denken. musikalisch kommt eher der poppige sonic youth vergleich zu tragen, mit zwei noisigen gitarren, die auf "the rip" allerdings nie so von der leine gelassen werden, wie es bei den großen new yorker indienoiserockern gang und gäbe war, kombiniert mit teilweise sehr tight gespielten drums und - schließlich - der besonderheit, all das ohne bass. letzteres hat tatsächlich nicht die bedeutung wie man zuerst vermuten könnte. i heart hiroshima machen minimalen reduzierten indierock, der dem no wave nahe steht (in deutlicher abgrenzung zum späteren bluesrockgeblubber der white stripes), gleichzeitig den popsong nicht scheut und unterstützen ihr lofiges soundgewand durch den verzicht auf einen bass... und all das machen sie sehr überzeugend!
(mf)

i heart hiroshima @ myspace