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(no format/alive)
am
anfang ist gesang. instrumentale klänge setzen ein und verflüchtigen
sich ebenso schnell, wie sie angespielt werden. ich gehe davon aus,
dass gesang eine entscheidende rolle auf diesem album spielen wird.
die stimme von kyrie kristmanson, so jung und unschuldig und gleichzeitig
doch ein wenig routiniert, bestimmt die ersten lieder ihres dritten
studioalbums âorigin of starsâ. kyrie,in ottawa lebend und gerade einmal
zwanzig jahre alt, kombiniert innovativen jazzgesang mit können trompeten
und wechselt nur wenige songs später zum folkloristischen, nicht selten
unweit des mittelalterlichen minnesangs. die oft heran zitierten joni
mitchell und leonard cohen könnten ferner nicht sein; vielmehr gleicht
die experimentierfreudigkeit einer jungen pj harvey oder einer björk.
so viel kyrie kristmanson auf ihrem neuen album âorigin of starsâ wagst,
so sehr sie sich bemüht, innovativ genres zu kombinieren, schafft sie
es nur selten zu überezeugenden harmonien und melodien zu finden. zu
zerrissen wirken die songs, vom sprechgesang zerfasert, zwischen den
genres und dem experiment zerrieben. âwicked windâ ist einer der höhepunkte
auf âorigin of starsâ. ein lied, bei dem kristmanson ihre stimme in
die melodie legt und sie, wie im folgenden titletrack, träumerisch durch
die folkloristischen musiktraditionen kanadas bis in das mittelalterliche
england schweben lässt. diese songs sind komplexer arrangiert, wirken
weniger spontan, öffnen, einer laura marling nicht unähnlich, musikalischen
raum mit all seinen freiheiten und haben doch klar gesetzte genregrenzen.
das album endet mit dem a capella lied âsong for a blackwindâ. einem
großartigen song über die geliebte ophelia, in dem kristmansons gesang
lediglich mit naturgeräuschen unterlegt ist. form und inhalt vereinen
sich hier. kristmanson ist im shakespear'schen england angekommen.
jf
kyrie
kristmanson @ myspace
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