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maxence cyrin â novö piano

maxence cyrin â novö piano (kwaidan records/rough trade)

maxence cyrin ist ein französischer pianist mit klassischer musikaubildung und einer großen vorliebe für new wave und techno. passt nicht zusammen? aber ja doch. seine vielseitige musikalische karriere, in der cyrin nach seiner jugend am musikkonservatorium zunächst einen radikalen bruch beging und technostücke produzierte, um später zur klassik zurück zu kehren und ein musical zu schreiben, entwickelte sich vor vier jahren mit der veröffentlichung seines albums âmodern rhapsodiesâ (auf laurent garniers techno-label âfcomâ) auf einen interessanten kompromiss hin: lediglich mit hilfe des klaviers interpretierte er bekannte dance- und techno-hits von bands wie aphex twin und âdepeche modeâ auf sehr überraschende und bewegende weise neu. nun erscheint der nachfolger ânovö pianoâ, auf dem sich cyrin nicht nur dem dance-genre widmet, sondern seinen horizont auf einige klassiker des indierock ausweitet. coverversionen von bands wie âpixiesâ, âmgmtâ, âarcade fireâ und ânirvanaâ finden sich ebenso auf ânovö pianoâ wie stücke von âjusticeâ, âdaft punkâ und gar beyonce. cyrins pianoversionen funktionieren, weil er es vermag, sich auf das wesentliche der stücke, die kernharmonien, zu beschränken und sich kaum zu improvisationen hinreißen lässt. gesangsmelodien oder gitarrenriffs der originale stehen bei cyrin auf einer stufe mit den reinen akkorden. variationen werden weniger durch melodik denn durch dynamik, tempo und ganz sanfte akzentuierungen erzielt. so entstehen versionen, deren stärke in der erzeugten stimmung liegt. cyrins pianopop wird denn auch oft mit chopin und debussy verglichen. das mag atmosphärisch stimmen, hinkt jedoch auf einer anderen ebene: rein aufgrund der im vergleich zur sogenannten klassischen bzw. kunstmusik simplen struktur von popmusik ist die klavierinterpretation eines popsongs eben nichts weiter als eine endlose wiederholung von drei bis vier akkorden. das funktioniert bei einigen stücken ganz wunderbar wie bei âaround the worldâ (âdaft punkâ) oder âtriangle'â (jacno), bei stücken also, deren originale ohnehin auf wiederholung ausgelegt sind. songs wiederum wie âwhere is my mindâ (âpixiesâ) oder âno cars goâ (âarcade fireâ) besitzen in der originalversion bereits eine so schöne harmoniestruktur, dass sich das ganz wunderbar aufs klavier übertragen lässt. in der gesamtschau klingen die stücke auf ânovö pianoâ allerdings alle irgendwie ähnlich und auf albumlänge wirkt das letztlich etwas eintönig. dennoch ein reizvolles experiment und eine spannende gelegenheit, seine lieblingssongs mal auf eine ganz andere art und weise zu erleben.

(torben deinert)

maxence cyrin @ myspace