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my sister grenadine - subtitles & paper planes

(solaris empire/broken silence)

my sister grenadine - subtitles & paper planeses gibt sie noch. jene, die sich - dürfte es noch so aussichtslos sein - gegen bestimmte fehlentwicklungen anstemmen. lang lebe der tonträger möchte man da nur ausrufen! klaro, für vinyl reichts meistens nicht mehr, ist ja auch trotz steigender verkaufszahlen nur ein verschwindend geringer markt. und natürlich werden die einzelnen veröffentlichungen auch als mp3 feilgeboten, muss sein, oder wäre umgekehrt ignoranter kaufmännischer selbstmord. aber bitte, bitte erhaltet uns wenigstens die cd mit artwork, vielleicht auch mit etwas aufwendigerem pappklappcover oder ähnlichem... das album als gesamtausdruck des musikers, seiner kunst!
warum ich hier so rumweine wollt ihr wissen?
nun, ich weine ganz und gar nicht, vielmehr freue ich mich und ziehe meinen hut von jenen, vielen kleinen und kleinsten label, wie etwa solaris empire aus berlin, welche mit hochwertigen albumveröffentlichungen immer wieder den beweis erbringen, das musik mehr sein kann als jene 10000 namenlose files auf der externen festplatte irgendeines jungspunds.
genauso verhält es sich auch mit dem neunten langspielrelease von solaris empire und dem zweiten album von vincent kokot aka my sister grenadine. "subtitles & paper planes" ist dabei nicht nur einfach EIN album, sondern besteht aus zwei cds in jenem - oben erwähnten - schön gestaltetem pappklappcover. beide silberlinge sind musikalisch getrennt voneinander konzeptioniert. auf dem ersten album musiziert vincent kokot mit seinen beiden begleitern ausschließlich als unplugged-trio. insbesondere der einsatz einer ukulele erhält hier besonderes gewicht. alle songs sind sehr reduziert arrangiert, verzichten gänzlich auch percussions und werden nur hier und da durch handclaps, glockenspiel, geige oder mehrstimmigen gesang akzentuiert... auf der zweiten cd kommt dagegen ausschließlich die e-gitarre zum einsatz, die ukulele fällt dagegen gänzlich raus. die einzelnen songs wirken atmosphärisch dichter, was durch einsatz von bass, glockenspiel und elektronischen loopspielereien erreicht wird. alle songs kommen auch hier ohne percussions aus, lediglich "levity's hero" ist mit einem dezenten beat unterlegt.
insgesamt gefällt mir die zweite scheibe besser, da sie nicht ganz so runtergebrochen und reduziert auf das wesentlichste und damit leichter zugänglich ist. aber das sind hier letztlich nur geschmäcklerische nuancen, welche den guten gesamteindruck von "subtitles & paper planes" nicht schmälern... und möge uns auch das doppelalbum noch lange erhalten bleiben!
(mf)

my sister grenadine @ myspace