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(moshi moshi/island)
was
wurden die new yorker bürschchen von the drums in den letzten 12 monaten
nicht alles gelobdudelt, verrissen, abgefeiert und gehasst. klar, diese
band kann nur polarisieren. für die einen sind es ätzende, überschätzte
styler, die ihre seele schon nach der ersten "summertime"
ep an die industrie samt autowerbung verkauften und so gar nichts neues
machen. für die anderen sind sie die retter des tweepops und die überfällige
renaissance des genre. beide positionen haben sicher etwas für sich.
nur den hype finde ich schwer zu verstehen, wenn man bedenkt aus welchen
musikalischen gefilden sie kommen. sie lieben the field mice, the wake
und verehren zutiefst edwyn collins und seine orange juice und genau
das hört man ihnen wirklich an allen ecken und kanten an. allerdings
sind besagte helden schon seit fast 20 jahren so ziemlich von der bildfläche
verschwunden. ich fände es keinesfalls verwunderlich wenn solche anfang
zwanzigjährigen dann bei ihrer suche nach einem neuen sound-und bandprofil
auch auf diese alten anorakbands stoßen.
bedauerlicherweise gibt das debutalbum "the drums" songmäßig
dann nicht soviel her wie einem der übertriebene stylerwahn der vier
weißmachen will. aber hey! sind derzeit nicht viele "indie-kids"
so drauf? man kann den eindruck gewinnen, dass da mehr zeit vor dem
spiegel und in den klamottenläden verbracht wird als sich vor die stereoanlage,
in den plattenladen bzw. in den proberaum zu setzen?
die erste single "let's go surfing" oder das sehr cure-mäßige
"forever and ever amen" sind unbestritten feine indiepopnummern,
doch findet sich auf ihrem debut auch reichlich leerlauf und billiges
zusammen -geschustere, was teilweise sogar wie schülerband-songwriting
anmutet. es ist zum teil entsprechend sehr einfach gehalten, und dennoch
mag ich ihre leichtigkeit und diese nerdigkeit, sei sie nun aufgesetzt
oder echt. the drums ist eine band die den nme-hype glaubt und in etwas
hineingeschlittert ist, was sich nun nicht mehr so einfach zurückdrehen
lässt. ich hoffe sehr für sie, das sie ganz schnell wieder geerdet werden,
dann kann für sie nämlich noch alles "gut" werden.
die peinlichen, spastischen bewegungen, die einen an den erkrankten
ian curtis erinnern lassen, sollte sänger jonny pierce live aber tunlichst
unterlassen, sonst darf er sich nicht wundern, wenn er in naher zukunft
verbal schwer eins auf die fresse bekommt.
(benny ruess)
the
drums @ myspace
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