home                                     club        musik       konzerte
plattenkritiken | popnews | interviews | popclassics | clubplaylists | plattenlabels

warpaint - the fool

(rough trade/beggars)

warpaint - the fooles ist schon erstaunlich was ein hype bewirken kann. vier grazien hängen mit den richtigen boyfriends aus der industrie rum, promoten dadurch ganz lässig ihren für meinen geschmack offensichtlich aufgesetzten psychedelia-lo-fi-schattenpop und schaffen es so als headliner beim sxws festival zu spielen... und die ganze plattenindustrie samt promoter fallen darauf rein. es passt derzeit wunderbar im fahrwasser von überschätzten bands wie the xx herumzuplätschern.
sorry, aber warpaint sind esoterik-pop wie er langweiliger kaum sein kann. lichtjahre trennen sie von einflüssen wie lush oder mazzy star. nur was ist passiert? suchten die großen labels etwa verzweifelt nach einer neuen frauenband, die halbwegs unfallfrei vier akkorde im stück spielen kann und die ein bißchen unkonventionell im fahrwasser der neo-folk-psychedelia-welle mitschwimmt?
damit wir uns nicht mißverstehen: "the fool" ist wirklich keine ganz schlechte indie-scheibe, aber auch sicher kein meilenstein des großen songwritings 2010. lediglich der song "warpaint" konnte mich aus meiner lethargie reißen als ich "the fool" über zehn mal hörte um dem angeblichen geheimnis dieser kapelle auf die schlich zu kommen. dreimal bin ich dabei fast eingeschlafen. so wie das quartett live herumklampft, klingen tausende von amerikanischen mädchenbands und ich muß immer an die hippie-girlies meiner studienzeit denken, die bei den auswärts-exkursen des fachbereiches pädagogik regelmässig versuchten auf ihren wandergitarren the doors und joni mitchell neu und progressiv zu interpretieren. leadsängerin emily kokal möchte ich zumindest nicht live hören, wenn sie einen schlechten tag hat. selbst auf dem album kommen die zweistimmigen gesänge nicht immer pannenfrei rüber und das will was heißen.
nein leute, warpaint ist nichts neues und schon gar nichts revolutionäres. es ist einfach nur netter, teils langweiliger und einfach gestrickter indie-low-fi-pop der im studio mit psychedelischen effekten aufgepimpt worden ist. hey, und jetzt komme mir bitte keiner damit, das die mädels tiefgängige texte hätten. ich finde es schon bezeichnend, das ihr bester song ein cover von bowies "ashes to ashes" auf der split 45" single mit sister crayon ist. egal was ich jetzt schreibe, die band wird überhöht werden und wir, geneigte plattenkäufer, werden dem hype mal wieder blind folgen wie einst die ratten dem fänger von hameln. wahnsinn wie langweilig indiepop geworden worden ist!
(benny ruess)

warpaint @ myspace