chad vangaalen â diaper island

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(sub pop/cargo)
chad
vangaalen â multiinstrumentalist, maler, tausendsassa â gehört zu der
großen spezies der unterschätzten und vollkommen zu unrecht unbekannten
im großen musiktreiben (wer von euch weiß, dass er bei den beiden alben
von women mitgearbeitet hat, kriegt ein sternchen ins heft gestempelt).
mit diaper island legt er inzwischen sein viertes studioalbum vor. und
dieses album ist schon jetzt heißer anwärter auf den thron meiner jahrescharts
â wie der vorgänger 2008 auch.
es ist vangaalens bisher geschlossenster entwurf und in seinem universum,
dasjenige album, das am ehesten als rockalbum zu bezeichnen wäre. hits
gibt es dabei wieder mal keine wirklich zu verzeichnen. braucht es auch
nicht, weil vangaalen seine hörer an die hand nimmt und über den spannungsbogen
einer ganzen platten mitreißt.
dabei spielt anders als zuvor der eklektizismus keine so große rolle.
flimmerte es vorweg gerne durch die genres, wird hier musikalisch eine
konsistente gesamtatmosphäre erschaffen â leichter shoegazereinschlag
über klassischem americana songwriting (ja, man hört den neil young
als konstante noch immer raus); das elektronische element ist gewichen,
noiseattacken werden sich ebenso wie übermäßige lieblichkeit verkniffen.
er pflügt sich mit anderen worten weiterhin durch zeitgenössische folkrockmusik,
dekliniert diesmal nur einen aspekt durch und verleiht ihr seinen eigenen
anstrich, ohne den für ihn typischen sound zu verlieren. und es steht
beiden verdammt gut.
(andré florian kobus)
chad
vangaalen @ myspace
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