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(soft limit/coop)
der
titel des albums bezeichnet im spanischen "den maler" und
ist somit ein querverweis auf das zweite standbein des sänger paul banks,
die malerei. es ist aber auch gleichzeitig ein anagramm des bandnamens
und somit symbol für die aufsplittung und neuformation der band, nachdem
bassist carlos dengler vor vier jahren die band verlassen hat. nachfolgend
war es nicht absehbar, ob jemals wieder ein interpol-album erscheinen
wird und gemessen an den vorgängern sind die erwartungen an ein solches
dementsprechend hoch.
doch die erwartungen halten stand. gleich zu beginn wird mit dem opener
"all the rage back home" das album in die richtige spur gelenkt
zwischen wut, schmerz, einsamkeit und melancholie - vorangetrieben durch
ein präzises schlagzeug und flirrende, cureske gitarren.
die nachfolgenden neun titel klingen immer noch wie interpol, doch muten
diese nicht mehr ganz so minimalistisch und schroff an wie vor 12 jahren
auf ihrem debut "turn on the bright lights" und halten somit
auch nicht mehr zwingend dem vergleich zur post-punk-ära stand. doch
wird's auch mal ungemütlicher: bei der zweiten single-auskopplung "ancient
ways" spülen dräuende gitarrenwellen über den missmutigen gesang
von banks hinweg und verwischen jede romantik.
die schaffenspause von vier jahren hat dem neu positionierten trio gut
getan. sowieso haben sich interpol immer zeit genommen, um ihre alben
wachsen und entwickeln zu lassen. in anbetracht der schnelllebigen musikbranche
ist dies zwar ein waghalsiges aber sehr nachhaltig durchdachtes rezept,
denn: "el pintor" überzeugt durch innerliche geschlossenheit,
extreme stilsicherheit und reife. somit scheint gewährleistet, dass
interpol mit ihrem fünften album erneut in das kollektive gedächtnis
katapultiert werden und nun völlig zu recht immer noch und wieder auf
dem sockel der ausnahmebands anzutreffen sind.
(ms)
interpol
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