jens friebe - nackte angst zieh dich an wir gehen aus

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(staatsakt/rough trade)
der
herr baron hat es über die jahre immer verstanden auf dem schmalen grad
zwischen ndw- wie auch trash-affiner disco, klugen texten und pop zu
balancieren. auf "nackte angst zieh dich an wir gehen aus"
versucht er sich unüberhörbar erneut an der bewährten rezeptur... und
rutscht dieses mal leider ein wenig aus! nur was ist passiert? fast
hat man den eindruck, dem wahlberliner ist in den letzten vier jahren
albumpause so etwas wie seine charmante leichtigkeit abhanden gekommen.
insbesondere das ironische spielen mit geschmacksgrenzen ignorierenden
und auslotenden elektro-sounds klingt für mich auf "nackte angst
zieh dich an..." oft zu gewollt, ja fast übertrieben und fällt
beim hören mehrmals wirklich störend ins gewicht. hier hätte eine musikalische
weiterentwicklung oder sogar neuausrichtung sicher gut getan, vielleicht
wäre sie nach vier alben sogar nötig gewesen?! hinzu kommt, dass es
vielen seiner neuen songs an einer zündenden melodie oder hookline fehlt,
und auch das war in der vergangenheit immer anders. friebe war immer
eine bank, wenn es darum ging, den einen oder anderen kleinen indiediscohit
zu liefern. in diesem zusammenhang ist schließlich wohl auch die feststellung
zu sehen, dass es sich hier mit den balladen gerade anders verhält.
das "schlaflied", "what death will be like" und
der titeltrack sind die besten songs und das geht absolut in ordnung,
nur für die latte an der sich ein jens friebe messen lassen muss ist
das eindeutig zu wenig...
(mf)
jens
friebe @ world wide web
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