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thomas azier - rouge

(polydor/island/universal)

thomas azier - rougebei thomas azier ist alles hochglanz. angefangen bei dem sehr aufwendigen promo-set über sein inszeniert glattes aussehen bis hin zur musik. böse könnte man auch steril sagen. und ja, vieles wirkt zu sehr gekünstelt, gewollt und aufgesetzt. aber dann gibt es diese paar wirklich guten popsongs.
der niederländer azier lebte lange in berlin und hat sich nun in paris niedergelassen. das glaubt man dann daran zu merken, dass sich doch hier und da referenzen an den großen, schrillen sebastien tellier entdecken lassen. so auch in der single "talk to me", die eines der highlights des albums bildet. hier mischt azier gekonnt tellier mit – kein scherz: robbie williams. und dieses mischung überzeugt nicht nur, der song bleibt als ohrwurm den ganzen tag im ohr. dieses kunststück versucht er bei "gold" gleich noch einmal, versinkt dann aber in banalitäten.
der pathos eines "crucify" liegt ihm dann doch etwas mehr. bei "berlin" fühlt man sich unangenehm an böhmermanns jim pandzko erinnert. "starling" hat zwar auch diese übertriebenen sounds, kann dann aber doch mit genug eigenem aufwaten, um nicht im banalen zu versinken. was allerdings wirklich schade ist, weil es bis zum fremdschämen nervt, ist die kopfstimme, die immer wiederkehrt. ließe er die weg, wären sicher noch ein paar mehr highlights dabei.
deutlich weniger hochglanz in allen bereichen würde thomas aziers platten sicher um einiges besser werden lassen und seinem songwritertalent auf jeden fall mehr gerecht werden.

(volker kindt)

thomas azier @ world wide web